P

Pallästhesien
Darunter versteht man Empfindungen, die durch Vibrationen (z.B. einer an dem Knie aufgesetzten Stimmgabel oder dem Vibrationshammer) ausgelöst werden.

Pallhypästhesie
Es besteht ein Vibrationsempfinden, welches nur schwach oder überhaupt nicht vorhanden ist.

Palliativ
Palliativ drückt eine Linderung der Krankheitssymptome (Beschwerden) aus, erweist sich jedoch nicht als heilend.

Palmomentalreflex
Der Palmomentalreflex (PMR), ist eines der umgangssprachlich ausgedrückten Primitivreflexe. Hierbei wird durch Bestreichen oder -klopfen des Kleinfingerballens bzw. Daumens ein gleich- bzw. beidseitiges Zusammenziehen der Kinnmuskulatur hervorgerufen.

Panarteritis
Die Panarteritis nodosa (Polyateriitis nodosa) ist eine Gefäßerkrankung, bei der das zentrale Nervensystem (ZNS) mit beteiligt ist. Sie kann ähnliche Symptome wie eine MS mit sich bringen.

Pandy-Reaktion
Durch die Pandy-Reaktion wird ein erhöhter Eiweißgehalt im Liquor nachgewiesen. Sie ist eine schnell durchführbare Untersuchungsmethode und daher aber auch ungenau (nach dem heutigen Stand der Technik).

Panzytopenie
Eine Verminderung von allen Blutzellen (Beispielsweise durch Nebenwirkungen von Medikamenten).

Papille
Siehe unter Sehnervenpapille.

Papillenabblassung
Häufig tritt nach einer Sehnervenentzündung eine wesentliche Abblassung der Pupille auf, die sich häufig temporal nach außen zeigt.

Papillenödem
Hier liegt eine Anschellung der Papille vor.

Papillitis
Das ist eine Sehnervenentzündung, wobei der vorderste Anteil des Auges mit beteilig ist.

Paraffine
Das Paraffin ist ein Gemisch aus festen Kohlenwasserstoffen, die aus Braunkohleteer, Erdwachs und Erdöl durch Destillation gewonnen werden. Es wird Verwendet zur Herstellung von Salben und Kerzen.

Parainfektiös
Etwas um eine Entzündung herum gehend.

Paraklinisch
Von paraklinisch spricht man, wenn durch zusätzliche Untersuchungen (z.B. der MRTAEPSEP und  VEP) die Diagnose gesichert wird.

Paralyse
Eine Paralyse drückt eine Lähmung oder Schwäche aus.

Parameter
Eine unterscheidende Konstante in einer Gruppe von gleichartigen Funktionen oder Größen.

Paranoia
Wahnvorstellung (eine Form der Schizophrenie).

Paranoid
Ein an Paranoia erkrankter Mensch.

Paraparese
Lähmung oder Schwäche beider Beine.

Paraplegie
siehe unter Querschnittslähmung.

Paraspastik
Eine spastische Lähmung von beiden Beinen.

Parasympathikus
Der Vagus, dem Sympathikus entgegenwirkender Teil des vegetativen- bzw. autonomen Nervensystem .

Parasympatholytikum
Ein Stoff, der abschwächend auf das parasympathische System wirkt.

Parasympathomimetikum
Ein Stoff, der verstärkend auf das parasympathische System wirkt.

Paravenös
Die Nebenvenen betreffend.

Parästhesie
Völlig fehlgeleitete Empfindungen, die ganz ohne äußere Reize oder Einwirkungen entstehen können (näheres unter Mißempfindungen).

Parenchym
Ein Organgewebe.

Parenchymschaden
Eine Schädigung des Organgewebes.

Parenteral
Beispielsweise bei der Verabreichung von Medikamenten, die s.c. oder i.m. gespritzt werden, drückt parenteral eine Umgehung des Magen-Darm-Kanals aus.

Parese
Hier liegt teilweise eine Schwäche oder Lähmung vor.

Paresegrad
Der Schwere- oder auch Kraftgrad (siehe Tabelle), bezeichnet die Dimension (Auswirkung) einer Schwäche oder Lähmung.

Parietal
Hier liegt etwas am Scheitel.

Parietallappen
Gewisse Teile des Gehirns, die in der Scheitelregion liegen.

Parkinson
Der englische Arzt James (1755 -1824), beschrieb zum ersten Mal eine Krankheit, die sich durch eine Starre der gesamten Körpermuskeln, verminderter Beweglichkeit und starkem Muskelzittern äußert. Auch bekannt unter Parkinsonismus.

Paroxysmal
Etwas anfallsweise auftrendes.

Paroxysmale Dysarthrie
Eine anfallsweise auftrende Sprechstörung (siehe auch unter Dysarthrie).

Paroxysmale Dystonie
Eine anfallsweise auftrende Verspannung der Muskulatur (siehe auch unter Dystonie).

partiell
Unvollständig oder teilweise (z.B. eine partielle Rückbilung).

passager
Ettwas vorübergehendes.

Patellarsehne
Ein Muskel, der sich an der Oberschenkelvorderseite befindet.

Patellarsehnenreflex
Durch Abklopfen der Kniescheibensehne, kommt es zu diesem Reflex (PSR), der sich durch ein strecken des Beines wiederspiegelt.

Pathogenese
Beinhaltet die Entwicklung und Entstehung von Krankheiten.

Pathologie
Die Lehre von krankhaften Vorgängen im menschlichen Körper.

Pathologisch
Ausdruck für krankhaft.

Pathomechanismus
Die Art zur Entstehung von Kranheitsprozessen.

Penetrant
Hartnäckig oder durchdringend.

Penetranz
Durchsetzungskraft.

Penetration
Durchsetzungskraft oder Durchdringung (Beispielsweise von Erbfaktoren).

peri
Die Vorsilbe für "um etwas herum".

Periaquäduktal
Um den Aquädukt herum (z.B. Plaques).

Perimetrie
Eine Gesichtsfelduntersuchung (für näheres siehe unter Gesichtsfeld).

Peripher
Beschreibt etwas, was außen am Rand liegt.

periphere Nervenaffektion
Unter anderem gibt es da noch die urämische Polyneuropathie (periphere Nervenaffektion), diese können auftreten bei chronischer Niereninsuffizienz. Manifestation mit symmetrisch/sensiblen bis symmetrisch/sensomotorischen Ausfällen. Das autonome Nervensystem kann betroffen sein. Hirnnervenstörungen fehlen in der Regel.

Peripheres_Nervensystem
Das peripheres Nervensystem ist der Teil des menschlichen Nervensystems, der außerhalb des Rückenmarks und Gehirn liegt. Dabei handelt es sich um die Hirnnerven, Nervenwurzeln und Nervenenden (siehe Bild * ).

Peristaltik
Dabei handelt es sich um Darmbewegungen.

Perivaskulär
Beschreibt etwas, was um die Gefäße herum liegt.

Perivenös
Beschreibt etwas, was um die Venen herum liegt.

Periventrikulär
Beschreibt etwas (z.B. Plaques), was um die Hirnventrikel liegt.

Permanent
Beschreibt etwas andauerndes (dauernd).

Permeabilität
Beschreibt etwas durchlässiges (eine Durchlässigkeit).

perniziöse_Anämie
Blutkrankheit mit zu wenig wenig roten Blutkörperchen und Fehlen von Magensäure. Erste Anzeichen hierfür sind Gewichtsabnahme, schnelle Ermüdung und Zungenbrennen. Eine Behandlung erfolgt durch Injektionen mit Vitamin B12 Präparaten.

Perseveration
Beschreibt ein Haftenbleiben, wie Beispielsweise eine dauernde Wiederholung von Handlungen oder Wörtern.

Persistenz
Bezeichnet ein Fortbestehen.

Persistierend
Bezeichnet eitwas weiterbestehendes oder bestehenbleibendes.

Perzeption
Betrifft die Wahrnehmung, z.B. über die Sinnesorgane.

Pflegefall
Wer bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens dauerhaft, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße auf Hilfe angewiesen ist, gilt als pflegebedürftig. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit erstreckt sich auf vier Bereiche: die Körperpflege, die Ernährung, die Mobilität und die hauswirtschaftliche Versorgung.
Die Hilfeleistung besteht darin, einen anderen Menschen bei den Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens zu unterstützen, die Verrichtungen ganz oder teilweise zu übernehmen oder ihn dabei zu beaufsichtigen und anzuleiten. Ziel der Hilfe ist es, soweit wie möglich die eigenständige Übernahme der Verrichtungen durch die pflegebedürftige Person zu erreichen.

Gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens sind:
  • im Bereich der Körperpflege das Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- oder Blasenentleerung
  • im Bereich der Ernährung das mundgerechte Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung
  • im Bereich der Mobilität das selbständige Aufstehen und Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
  • im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen.

Festlegung der Pflegebedürftigkeit
Ob und in welchem Umfang ein Mensch pflegebedürftig ist, wird im Rahmen einer Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung festgestellt. Hierzu führt dieser eine Untersuchung des Pflegebedürftigen in dessen Wohnbereich durch.
Der Zeitaufwand, den pflegende Angehörige oder eine andere nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson wöchentlich im Tagesdurchschnitt für die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung dafür erbringen, muß in der Pflegestufe I mindestens 90 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen müssen. Für die Anerkennung der Pflegestufe II muß dieser Hilfebedarf mindesten drei Stunden betragen, wobei hier mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen müssen. In der Pflegestufe III muß der Zeitbedarf für diese Leistungen mindestens fünf Stunden betragen; hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens vier Stunden entfallen.
  Kontrollbesuche:  
Pflegestufe 1 2x im Jahr
Pflegestufe 2 2x im Jahr
Pflegestufe 3 4x im Jahr
Die zu entrichtende Gebühr  für diese Besuche sind mit dem Erhalt des Pflegegeldes gedeckt. Müssen auch bei sonstiger Befreiung von Zuzahlungen bezahlt werden.

Pflegegeld
Die Zahlung des Pflegegeldes übernimmt in Deutschland die Pflegeversicherung. Die einzelnen Beräge sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.
  ambulante Pflege durch Fachpersonal: Kostenübernahme bis:
Stufe I (mind. 1,5 std. tgl.) 750,- DM
Stufe II (mind. 3 std. tgl.) 1.800,- DM
Stufe III (mind. 5 std. tgl.) 2.800,- DM, Härtefälle bis 3.750,- DM

ambulante Pflege durch Angehörige: Pflegegeld:
Stufe I   400,- DM
Stufe II   800,- DM
Stufe III   1.300,- DM

stationäre Pflege: pauschales Pflegegeld
Stufe I   2.000,- DM
Stufe II   2.500,- DM
Stufe III   2.800,- DM,
3.300,- DM für Härtefälle
(jedoch höchstens 75% der Heimkosten)

Pflegestufe 1
Pflegebedürftige der PFLEGESTUFE 1 sind erheblich pflegebedürftig: Sie benötigen mindestens einmal am Tag Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Pflegestufe 2
Pflegebedürftige der PFLEGESTUFE 2 sind schwer pflegebedürftig: Sie benötigen mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Pflegestufe 3
Pflegebedürftige der PFLEGESTUFE 3 sind schwerstpflegebedürftig: Sie benötigen täglich rund um die Uhr, auch nachts, Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung wurde 1995 in Deutschland eingeführt und ein Jahr später mit einer ausgebauten Ergänzung von Seiten der Krankenkassen für die Pflege aufgestockt.

Phagozyt
Dabei handelt es sich um die Freßzellen.

Phagozytose
Hierbei werden Fremdkörper durch eine Aufnahme in die Freßzelle vernichtet.

Phänomen
Die Erscheinung

Phänomenologie
Das Erscheinungsbild.

Phänotyp
Das Erscheinungsbild eines Lebewesens, welches durch Umwelt und Erbanlagen geprägt wurde.

Pharmakodynamik
Dahinter verbirgt sich die Wirkung von Medikamenten bzw. Stoffen an ihrem Wirkungsort.

Pharmakokinetik
Beinhaltet über die Aufnahme, Verteilung, Verarbeitung bis hin zur Ausscheidung von Stoffen im Körper alles.

Pharmakologie
Die Arzneimittellehre.

Pharmakon
Medikament

Pharmakotherapie
Eine medikamentöse Behandlung.

Phasen
Die Phase I bis IV-Studie sind erforderliche Stufen, bis ein neu entwickeltes Medikament von der Herstellung bis zur Marktfreigabe durchlaufen muß.
    Phase Beschreibung
    1. Tierversuche
    2. Erste Anwendungen beim Menschen Kleine offene Studien zur Überprüfung der Pharmakokinetik (Resorption, Verstoffwechslung im Körper und Ausscheidung) sowie der Verträglichkeit Erste kleine Doppelblindstudien (Pilotstudien) zur Überprüfung der Wirksamkeit
    3. Große multizentrische, randomisierte, plazebokontrollierte Studien mit anschließender Auswertung und Einreichung der Unterlagen bei den Behörden zur Zulassung
    4. Anwendungsbeobachtungen nach erfolgter Zulassung

Phlegmone
Eine völlig zerstreut verteilte Entzündung im Gewebe bzw. Gewebsspalten.

Phonation
Betrifft die Tonbildung des Kehlkopfes (Stimmorgan).

Physiologie
Die Lehre von den normalen Vorgängen im Körper.

Physiologisch
Bezeichnet etwas gesundes und unauffälliges.

Physiotherapie
Krankengymnastik

Physikum
Die ärztlich Vorprüfung nach 2 jährigem Studium in Anatomie, Physiologie, Chemie, Physik, Biologie, Medizin, Psychlogie und Soziologie.

physisch
Körperlich

Placebo
Das Placebo ist in Form, Farbe und Geschmack einer bestimmten Arznei nachgebildet worden. Es enthält jedoch keinerlei wirksamen Arzneistoff und wird daher daher überwiegend für die Medikamentenstudien am Patienten verwendet.

Plaques
Ein Plaque ist ein MS-Herd im ZNS. Diese können sich:
  • periventrikulär (um die Hirnkammer) herum
  • periaquäduktal (um den Aquädukt) herum
  • im Sehnerv
  • im Rückenmark
befinden.

Durch eine feingewebliche (histologische) Untersuchung könnten Plaques noch genauer festgestellt werden, als Beispielsweise mit einer MRT-Untersuchung. Jedoch wäre dies zu Lebzeiten nicht sonderlich Sinnvoll.
  • akute Plaques (siehe Bild * ) sind gekennzeichnet durch feingewebliche intakte Axone.
  • chronisch ausgebrannte Plaques erkennt man an den Verlust des Myelins und durch das ersetzen mit Gliose.

Plasma
Gerinnbare Flüssigkeit (wie z.B. Blut).

Plasmaaustausch
Hierbei wird Blutplasma ausgetauscht.

Plasmapherese
Als Plasmapherese wird das Waschen von roten und weißen Blutkörperchen bezeichnet. Nach dem Waschen werden diese wieder in den vorherigen Blutkreislauf zugeführt.

Plasmazelle
Die Plasmazelle besteht nur aus einer Gruppe von weißen Blutkörperchen.

Plazebo
Ein Plazebo ist nichts weiter als ein Scheinmedikament, völlig Wirkungslos und ohne jederlei Wirkstoffe.

Plazeboeffekt
Die Wirkung des Plazebo.

Plazebogruppe
Eine Gruppe von Patienten, die bei der Studie um die Zulassung eines neuen Medikamentes das Scheinmedikament erhalten.

Plazebokontrolliert
Hierbei wird durch eine gleichzeitige Gabe eines Scheinmedikamentes in der zu behandelnden Gruppe von Patienten der Behandlungseffekt nachgewiesen.

Plegie
Totaler Verlust der Muskelkraft mit vollständiger Lähmung des Körpers.

Pleozytose
Anzeichen einer erhöhten Zellzahl.

Pneumonie
Hierbei handelt es sich um eine Lungenentzündung.

Pollakisurie
Die Pollakisurie bezeichnet ein krankhaft, häufigen Harndrang.

Poly
Vorsilbe für "viel" bzw. "vielfach".

Polyarteriitis nodosa
Bei der Polyarteriitis nodosa handelt es sich um eine immunologische Gefäßerkrankung, mit der gleichzeitigen Beteiligung des Nervensystems.

Polyneuropathie
Die Polyneuropathien gehören zu den häufigsten in der Hausarztpraxis auftretenden neurologischen Begleiterkrankungen, wobei die zugrundeliegende Störung im Vordergrund von Diagnostik und Therapie steht. Dabei ist nachgewiesen, daß eine Polyneuropathie für den Patienten nicht nur belastend und schmerzhaft ist, sondern auch Ursache für zum Teil letale Komplikationen darstellt.
Grundlage der Therapie der Polyneuropathien ist der Versuch, die verursachenden Faktoren möglichst auszuschalten. In zweiter Linie hat sich der Einsatz von Alphaliponsäure (u.a. Fenint) bei diabetischen Polyneuropathien und von B-Vitaminen bei Mangelsyndromen bewährt.

Diabetische Polyneuropathie
siehe unter Diabetische Polyneuropathie.

Polypragmasie
Polypragmasie ist der Begriff für ein "nicht" systematisches und "nicht" kritisches ausprobieren von vielen Medikamenten und Behandlungsmethoden.

Polysklerose
Veraltete (frühere) Bezeichnung für die MS.

Polytoxikomanie
Eine Abhängigkeit von mehreren, verschiedenen Suchtmitteln, wie z.B. Tabletten, Alkohol und Zigaretten.

Pons
Die Brücke, zwischen Mittelhirn und verlängertem Rückenmark, aber noch vor dem Kleinhirn liegend (siehe Bild * ).

pontin
Betrifft die Brücke (Pons).

Pontomedullär
Betrifft die Brücke und das verlängerte Rückenmark.

Pontozerebellär
Betrifft die Brücke und das Kleinhirn.

Poser-Kriterien
Siehe hierfür unter Diagnosesicherheit.

positiv
Gibt die Antwort auf etwas tatsächlich vorhandenes (bejahend).

Post
Die Vorsilbe für "nach".

Posterior
Hinten.

Postinfektiös
Hier besteht etwas, nach einer Entzündung.

Postinfektöse Enzephalomyelitis
Hierbei entstand nach einer postinfektiösen Entzündung wieder eine Entzündung mit der Beteiligung von Rückenmark und Gehirn.

Postoperativ
Nach einer Operation.

Postpunktionelle Kopfschmerzen
Der mögliche, vorübergehende Kopfschmerz, welcher nach einer Lumbalpunktion auftreten kann.

Posttraumatisch
Nach einer Gewalteinwirkung.

Postvakzinal
Nach einer Impfung.

Potential
Der elektrische Spannungsunterschied.

Potentiell
Steht für "unter Umständen, möglicherweise und denkbar".

Potenz
Die Macht bzw. Leistung oder die männliche Zeugungskraft.

Pots
Die Bedeutung für postales orthostatisches Tachykardie Syndrom. Symptome sind:
schneller Herzschlag (besonders beim Stehen), dumpfer Schmerz in der Herzgegend, Kribbeln, eingeschlafene Hände und/oder Füße (besonders am Morgen). Man glaubt, daß diese Krankheit durch das Epstein-Barr Virus ausgelöst wird. außerdem geht es oft mit cfs (chronique fatigue syndrom) einher.

pragmatisch
Sachbezogen.

Prä
Die Vorsilbe "vor".

Prädiktor
Die Vorhersage über Ereignisse (z.B. ein Schub) mit ihren Auswirkungen (z.B. Lähmung).

Prädilektionsstelle
Das ist die Stelle, wo es bevorzugt (häufig) zu krankhaften Veränderungen kommt (z.B..

Prädisponieren
Steht für vorbereiten oder empfänglich machen.

Prädisposition
Das ist die Empfänglichkeit (z.B. für bestimmte Krankheiten).

Prämorbid
Als Prämorbid wird der Zustand vor dem Auftreten einer Krankheit bezeichnet.

Prävalenz
Das ist die genaue Anzahl von Fällen einer ganz bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet und Zeitpunkt.

Prävention
Bei der Prävention wird eine Vorkehrung zur Vermeidung bzw. Verhinderung eingeleitet (was jedoch bei MS nicht möglich ist).

Prednisolon
Eines der Kortikoide.

Prednison
Eines der Kortikoide.

Primär
Primär schildert etwas "von Anfang an" (etwas Ursprüngliches, etwas anfängliches oder etwas übergeordnetes).

Primär-chronisch-progredient
Ein chronisch-progredienter Verlauf der MS von Anfang an (mehr darüber unter chronisch-progredienter Verlauf).

Primärantwort
Von evozierten Potenzialen abgeleitete (erste) Hauptantwort.

Primitiv
Urtümlich, ursprünglich oder auch urzuständlich.

Primitivreflex
Dieser Reflex gehört zu der Gruppe von Reflexen, die bei dem größten Teil der Menschheit nicht ausgelöst werden können. Die Auslösung dieser primitiven Reflexe könnten erst durch diverse Gehirnerkrankungen ermöglicht werden.

Pro
Für (Pro und Kontra / ein Für und Wider).

Professionell
Fachmännisches Vorgehen.

Prognose
Eine Vorhersage der weiteren Entwicklung (z.B. Verlauf einer Krankheit oder des Wetters).

Progredient
Etwas Fortschreitendes, Verschlechterndes oder Zunehmendes.

Progredienz
Das Fortschreiten (z.B. einer Krankheit).

Progression
Die Zunahme.

Progressiv
Etwas Fortschreitendes, Verschlechterndes oder Zunehmendes.

Proinflammatorisch
Hier begünstigt etwas die entzündlichen Vorgänge im Körper.

Proliferation
Die Gewebsvermehrung bzw. Zellteilung.

Prolongiert
Etwas langdauerndes oder einfach verlängert.

Prophylaktisch
Vorsorglich bzw. Vorbeugung.

Prophylaxe
Eine Vorsorgliche bzw. Vorbeugende Maßnahme (z.B. die Kariesprophylaxe).

Propriozeptiv
Drückt die Wahrnehmung des eigenen Körpers aus.

Propriozeptive neuromuskluläre Faszilitation
Die PNF ist eine spezielle Methode der Krankengymnastik, zur besseren Wahrnehmung des eigenen Körpers.

Prospektiv
Dies betrifft die weitere Entwicklung.

Prospektive Studie
Hier wird Beispielsweise bei der Studie für die Zulassung eines neuen Medikamentes speziell auf die Verträglichkeit und Wirkung geachtet, sowie der Entwicklung des weiteren Krankheitsverlaufes.

Protein
Das Protein ist ein einfacher Eiweißkörper.

Proteolipidprotein
Das PLP ist ein wichtiger Bestandteil der Markscheide oder des Myelins.

Provenienz
Die Herkunft oder den Ursprung betreffend.

Proviant
Mundvorrat von Lebensmitteln.

Provision
Vergütung für die erreichte Vermittlung eine Geschäftes, Vertrages oder für das erreichen eines bestimmten Zieles.

Providenz
Vorsehung

Provitamine
Eine natürliche Vorstufe der Vitamine.

Provokation
Eine Aufreizung oder Herausvorderung.

Prozedur
Ein gewisses Verfahren.

Prozeß
Ein gewisser Vorgang oder Geschehen.

Proximal
Hier liegt etwas Nahe dem Körperstamm (z.B. der Oberarm).

Pseudo
Vorsilbe für "Unecht, falsch oder vorgetäuscht".

Pseudobulbärparese
Hier liegt eine scheinbare Bulbärparese vor (siehe auch unter Bulbärparese).

Pseudoexazerbation
Hier liegt eine "vermeintliche" plötzliche Verschlechterung vor.

Psoralenreiche Diät
Aus: Deutsche Apotheker Zeitung, 136. Jahrgang, Nr. 43, 24.10.1996

KIEL (rmi). Der Verzehr psoralenreicher Gemüsesorten und Gewürze sowie das Trinken von Tees, die aus psoralenreichen Heilkräutern aufgebrüht werden, verbessern die neurologischen Funktionsdefizite von Patienten mit Multipler Sklerose (MS). Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Christian-Albrechts-Universität Kiel an einem - allerdings sehr kleinen - Kollektiv von 18 MS-Patienten. Die Studienergebnisse entsprechen den aus der Literatur bekannten Wirkungen des Kaliumkanalblockers 5-Methoxypsoralen als Monosubstanz. Dies sei für die Patienten von großer Bedeutung, da 5-MOP in Deutschland noch nicht für die neurologische Indikation zugelassen sei, erklärte Prof. E. Koppenhöfer vom Physiologischen Institut der Universität Kiel in der Zeitschrift "Aktuelle Ernährungsmedizin".

Psychagogik
Damit ist die Menschenführung durch seelische Beeinflußung gemeint.

Psyche
Leben bzw. Seele, kommt aus dem griechischen und steht ursprünglich für Hauch oder Atem.

Psychedelisch
Die gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit und Erlebnisbereitschaft, hervorgerufen durch Drogen oder diversen psychischen Vorgängen.

Psychiater
Der Psychiater ist ein Arzt für für psychische und seelische Krankheiten des Nervensystems.

Psychiatrie
Die Seelenheilkunde, Lehre der seelischen Krankheiten.

Psychiatrisch
Hierbei ist etwas durch eine seelische Krankheit bedingt.

Psychisch
Anderes Wort für seelisch.

Psycho
Der Bergriff kommt aus dem griechischen und steht für Falsch bzw. Schein.

Psychoanalyse
Der Bergriff kommt ebenfalls aus dem griechischen und steht für Seelenzergliederung. Durch Gespräche, eingehendes Befragen sowie Erzählen lassen (auch über die Träume), werden nicht verarbeitete, unangenehme bzw. schmerzliche Erlebnisse wieder ins Bewußtsein gerufen und geklärt. Dieses Verfahren wurde ursprünglich zur Heilung von Neurosen durch den Nervenarzt Sigmund Freud ins Leben gerufen.

Psychogen
Besagt etwas chronisch bedingtes.

Psychohygiene
Behandelt die Erhaltung der Gesundheit, überwiegend im sozialen und seelischen Bereich.

Psychologie
Die Psychologie ist die Lehre über die Seelenheilkunde und psychischen Vorgängen, wie Denken, Lernen und Fühlen. Die Vorwiegenden Forschungsgebiete der Psychologie sind:
  • die theoretische Psychologie, mit den Modellen des menschlichen Erleben und Verhalten, sowie des Denkens und Lernens.
  • die angewandte Psychologie, hält ihren Einzug in der Arbeits-, Berufs-, Betriebs- und Wirtschaftspsychologie, sowie der Klinischen-, Medizinischen Psychologie und vielen weiteren Bereichen.

Psychologismus
Der Psychologismus ist die Überbewertung von psychologischen Gesichtspunkten.

Psychometrie
Hier wird die geistige Leistungsfähigkeit und andere psychischen Vorgänge gemessen.

Psychomotorik
Mit den eigenen Gedanken, die Bewegungen beeinflussen, wird hier in aller Gesamtheit gemessen.

Psychomotorisch
Betrifft die Psychomotorik.

Psychopathie
Die Psychopathie ist die meist angeborene, seelische und charakterliche Normabweichung. Sie zeigt sich z.B. in der Geltungssucht, Schwermut und Fanatismus.

Psychopathologie
Die Lehre über krankhafte psychische Vorgänge eines Menschen.

Psychopathologisch
Bezieht sich auf seelische Krankheiten und Störungen.

Psychopharmaka
Das sind Arzneimittel, die die Verhaltensweise und Stimmung beeinflußt (siehe auch unter Psychopharmakon).

Psychopharmakon
Psychopharmakon ist ein Medikament (siehe auch unter Antidepressiva, Benzodiazepine und Neuroleptika), welches bei psychischen Störungen zur Anwendung kommen kann.

Psychophysik
Die Psychophysik wurde gegründet von T. Fechner. Sie befaßt sich mit mit den Wechselwirkungen zwischen seelischen und körperlichen Vorgängen.

Psychose
Die Psychose ist eine Geistes- oder seelische Krankheit, die unter anderem durch die Einnahme von Medikamenten oder anderen Krankheiten des Gehirns hervorgerufen wurde.

Psychosomatisch
Hier werden durch seelischen Ursachen, die Auswirkungen sichtbar auf den Körper übertragen.

Psychosyndrom
Bezeichnet einen nicht so genauen Sammelbegriff, für ein vielseitiges Beschwerdebild. Hautsächlich aber durch die Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit.

Psychotherapie
Die Psychotherapie erfolgt überwiegend durch Gesprächstherapie, Psychoanalyse, Hypnose und Verhaltenstherapie. Sie ist eine rein seelische Behandlung und normalerweise auch unter Ausschluß von jeglichen Medikamenten.

Psychotrauma
Das Psychotrauma weist seelische und psychische Verletzungen auf. Dies kann zum Beispiel durch Todesfälle hervorgerufen werden.

Psychotrop
Ein Psychotrop wirkt auf seelische und psychische Grundlagen ein.

Pulstherapie
Die Pulstherapie ist eine kurzzeitige Behandlung mit hoher Dosierung des Wirkstoffes Kortkoid. Näheres unter Pulstherapie.

Punktion
Bei den Punktionen wird mit Hilfe von Nadeln durch die Haut in den Körper eingestochen. Dies dient zur Entnahme von Gewebeproben (z.B. Leber) oder Flüssigkeiten (z.B. Liquor).

Pupille
Die Pupille ist das Sehloch im Augen (eine kreisförmige Öffnung der Iris-Blende).

Pupillenreaktion
Das Verhalten der Pupille bei Lichteinwirkung oder anderen Reizungen.

Purine
Purine sind Bestandteile von Zellen, die bei der Zellerneuerung freigesetzten und die mit der Nahrung zugeführten Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut.

Pyelonephritis
Die Pyelonephritis ist eine Entzündung des Nierenbeckens und der Niere.

Pyramidenbahn
Die Pyramidenbahn ist im ZNS eine doppelt angelegte Bahn. Sie verläuft von der Hirnrinde zum Rückenmark, wobei sie Bewegungen vermittelt.

Pyramidenbahnschädigung
Schädigungen der Pyramidenbahn zeigen sich durch:
  • die Muskeleigenreflexe sind gesteigert und die Muskelspannung ist erhöht (spastisch).
  • die Fremdreflexe sind abgeschwächt.
  • vermehrtes Auftreten von krankhaften Erscheinungen (z.B. Babinski-Zeichen).

Pyramidenbahnstimulation
Hierbei wird die Pyramidenbahn, z.B. mit Hilfe von Magneten oder Strom gereizt.

Pyramidenbahnzeichen
Pyramidenbahnzeichen sind Enthemmungsreflexe bei geschädigter Pyramidenbahn (die Gesamtheit derjenigen absteigenden Leitungsbahnen des Zentralen NervenSystems, die in der Großhirnrinde entspringen und bis zu den motorischen Kernen der Hirnnerven oder zu den Vorderhornzellen des Rückenmarks ziehen).
Beim Erwachsenen immer pathologisch! (krankhaft). Zeichen einer Schädigung des 1. Motorischen Neurons (in bewegungssetzende Nervenzelle) und / oder der Pyramidenbahn. Verständlich ausgedrückt - Mitbewegungen, z.B. beim Gehen, Niesen, Husten oder ein unerschöpflicher Klonus (starkes Zittern der Beine).
Reflexe die nur bei Kindern oder Säuglingen auslösbar sind, sind auch beim Erwachsenen auslösbar.
Bei folgenden Reflexen ist es pathologisch; Babinski, Chaddoc Reflex. Bestreichen der Außenseite der Fußsohle von der Ferse im Bogen in Richtung Großzehe mit einem spitzen Gegenstand- der Reflex sieht wie folgt aus: spastisches hochziehen der großen Zehe bei gleichzeitiger Beugung des Vorfußes nach unten, die restlich Zehen spreizen sich wie ein Fächer Oppenheim Kräftiges Bestreichen der Schienbeinvorderkante Gordon Pressen der Wadenmuskulatur.
Die Fortleitung der Signale für die Willkürmotorik (gewollte Bewegungen) erfolgt über die sogenannten Pyramidenbahnen. Die Pyramidenbahnen überkreuzen sich jedoch, das bedeutet, rechts ist da, wo das Gehirn links ist, also bei Schädigungen der linken Hirnhälfte werden die Störungen überwiegend rechts auftreten und umgekehrt.

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