L

Labilität
Ein körperlich bzw. psychisch wechselhafter Zustand.

Labor_gestützt
Absicherung der Diagnose nach den Poser-Kriterien und durch Zusatzuntersuchungen (z.B. MRT, Liquor und den evozierten Potentialen).

Labor_gesichert
Durch ein bzw. zwei gesicherte Schübe, die sich auf verschiedene Bereiche des ZNS auswirken, oligoklonale Banden bzw. erhöhtes IgG im Liquor und zusätzlich noch der klinische oder paraklinische Nachweis über mehrere Läsionen.

Labor_wahrscheinlich
Durch ein bzw. zwei gesicherte Schübe, die sich auf verschiedene Bereiche des ZNS auswirken, oligoklonale Banden bzw. erhöhtes IgG im Liquor.

Lagesinn
Bezeichnung der Fähigkeit, mit geschlossenen Augen feine Bewegungen, z.B. der Finger und Zehen, wahrzunehmen.

Lähmung
Hier wurde eine Aufhebung der Tätigkeit bzw. Funktion eines Körperteils bzw. Organ ausgelöst. Eine Lähmung äußert sich in der Empfindungs- und Bewegungslosigkeit des entsprechenden Körperteiles, z.B. Arm(e) oder Bein(e). Die Ursachen dafür liegen in einem krankhaften Zustand von Gehirn, Nerven, Rückenmark oder Muskeln.

Langzeitgedächtnis
Im Gedächtnis sind noch Geschehnisse abrufbar, die schon längere Zeit zurück liegen.

Lappen
Das Gehirn besteht aus folgenden Lappen:
  1.) Frontal- oder auch Stirnlappen genannt.
2.) Temporal- Schläfenlappen
3.) Parietal- Scheitellappen
4.) Okzipital- Hinterkopflappen
5.) Zentrallappen Inselregion

zudem sind sie ein gut abgrenzbarer Teil des Gehirns und können auch von der MS betroffen werden oder sein.

Läsion
Eine oder mehrere umschriebene Veränderung bzw. Störungen von Gewebestrukturen, die durch eine MRT- oder CT-Untersuchung erkennbar gemacht werden und zunächst ursächlich nicht näher bezeichnet werden.

latent
Versteckt oder verborgen.

latentes_Bild *
Das bei der Belichtung photographierte Material entstehende, unsichtbare Bild, das erst durch die Entwicklung sichtbar wird.

Latenz
Die Zeit bis zum Auftreten von Reaktionen (z.B. Ausbruch einer krankheit).

Latenzzeit
siehe Latenz.

lateral
Seitlich, die Außenseite betreffend. 

Laufbandtherapie
Die Laufbandtherapie wurde ursprünglich bei Querschnittgelähmten eingesetzt unter der Vorstellung die im Rückenmark sich befindenden spinalen motorischen Zentren zu aktivieren. Inzwischen findet es in der neurologischen Rehabilitation eine sehr breite Verwendung. Durch dieses Training können das die zum Gehen notwendigen Bewegungen wieder mehr automatisiert werden. Üblicherweise werden je nach Ausmaß der motorischen Beeinträchtigungen die Betroffenen an einem Hängegurt  (wie an einen Fallschirm) aufgehängt und das laufende Band zwingt dann ein Gehen. In Fällen mit ausgeprägter motorischer Funktionsstörung werden die einzelnen Schritte mit Unterstützung einer Krankengymnastin durchgeführt.

Laxans
Laxans ist ein Abführmittel.

Lebersche_Optikusatrophie
Die Lebersche Optikusatrophie ist eine gravierende Krankheit, die sich durch Sehstörungen bemerkbar machen kann und häufig bei jungen Erwachsenen auftritt (80% davon sind Männer). Sie kann zudem leicht mit einer MS oder Optikusneuritis verwechselt werden.

letal
Letal besagt, zum Tode führend oder tödlich.

Lethargie
Schläfrig- oder Teilnahmslosigkeit.

Leukodystrophie
Sehr verallgemeinert ausgedrückt, ist die Leukodystrophie eine Lipidspeicherkrankheit (Lipide sind fettähnliche Substanzen). Die Krankheit tritt im frühkindlichen Alter auf (Beginn im 4.-6. Lebensmonat). In diesem Lebensalter ist das Baby von seiner Mutter (Schwangerschaft) noch ausreichend versorgt mit Immunglobuline.

Leukopenie
Die Leukopenie bezeichnet eine krankhafte Verminderung der weißen Blutkörperchen.

Leukozyten
Bezeichnet die weißen Blutkörperchen.

Leukozytose
Eine Vermehrung der Leukozyten, häufiges Auftreten durch bakterielle Entzündungen.

Lhermitte-Zeichen
Bei den Lhermittezeichen handelt es sich um ein elektrisches Kribbelgefühl, daß bei Nackenbewegungen von der Halswirbelsäule über die Schultern bis in die Arme bzw. Beine, zu unangenehmen und sogar schmerzhaften Empfindungen führen kann. Hervorgerufen wird dieses durch entzündliche Veränderungen des Rückenmarks im Halsbereich.

Libido
Lust, Trieb oder Begierde im geschlechtlichen Verhalten.

limbisches_System
Ein enges und untereinander verbundenes Gehirnsystem, welches für die Gefühle und Gedächtnis verantwortlich ist.

Linomid
Linomid ist ein Medikament, das sich noch in der klinischen Prüfung für die MS-Behandlung befindet

Lioresal
siehe unter Baclofen.

Liquor
Zur Sicherung der MS-Diagnose findet im Voraus immer eine Liquoruntersuchung mittels einer Lumbalpunktion statt. Das Rückenmark und Gehirn werden von diesem Liquor (Nervenwasser), einer wasserklaren Flüssigkeit, mit ca. 1/4 Liter umspült. Aufgrund dessen, daß es täglich zu der zwei- bis dreifachen Menge an Neubildung von Nervenwasser kommt, ist es nicht sonderlich schädlich, einige Milliliter für die Untersuchung zu entnehmen.
Da auch bei einer MS das Liquor wasserklar ist, kann erst durch spezielle Untersuchungen (chemisch-immunologische und mikroskopische Untersuchungen) eine Veränderung der Zusammensetzung festgestellt werden. Veränderungen können sich in leichten/mäßigen Vermehrungen von Lymphozyten bzw. Plasmazellen zeigen. Ganz besonders sind sogenannte Immunglobuline G davon betroffen, wobei einzelne Arten sogar so stark vermehrt sein können, daß sie sich bei genauerer Auftrennung der Eiweiße (im Labor), als oligoklonale Banden zeigen.

Liquorbefund
Der Liquorbefund ist eines der wichtigsten Befunde zur Diagnostik der MS.
Die häufigsten Liqourbefunde bei MS sind (nach Bauer und Hanefeld):
  > 90% oligoklonale Banden
> 90% erhöhter Immunglobulin-G (IgG) Index
60 - 70% erhöhter Immunglobulin-G (IgG)
60% eine leichte Pleozytose
 
85%
30%
erhöhtes BMP
 - im Schub
 - im Intervall

Liquorzytologie
Die Untersuchung des Liquors auf seine Zahl und Art der Zellbestandteile.

Literaturtip
Titel oder WWW: Autor/in: Verlag: ISBN:
Natürliche MS-Therapien Christine Wagener-Thiele ECON Verlag 3-612-20513-7
Multiple Sklerose:
Antworten auf die häufigsten Fragen
Dr. med. Günter Krämer
Prof. Dr. med. Roland Besser
TRIAS Verlag 3-89373-385-X
Multiple Sklerose von A-Z Dr. med. Günter Krämer TRIAS Verlag
 
Ärzte Zeitschrift Homepage Ärzte Zeitung, daily newspaper for physicians, Germany

Locus
Ort

Logopädie
Die Heilkunde von Sprech- und Sprachstörungen.

Lokal
Örtlich

Lokalanästhesie
Den Ort bzw. Bereich betreffend beschrieben (z.B. lokale Betäubung eines oder mehrerer Zähne).

Lokalisation
Die Ortsbestimmung.

LTT
siehe unter Lymphozytentransformationstest.

Lues
Eine Geschlechtskrankheit, die auch das Nervensystem befallen kann (siehe z.B. unter Syphilis).

Lumbal
Betrifft den Lendenwirbelbereich.

Lumbalpunktion
Bei einer Lumbalpunktion wird mit einer Nadel in Höhe der mittleren Lendenwirbelsäule unterhalb des Rückenmarkendes eingestochen. Dies kann unter lokaler bzw. örtlicher Betäubung geschehen (siehe Bild * ).
Bei einer Lumbalpunktion kann eine Verletzung des Rückenmarks so gut wie ausgeschlossen werden (siehe Einstichstelle am 4. Lendenwirbelkörper). Der Grund dafür liegt darin, daß das Rückenmark in einem Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule endet (in etwa dort, wo man den seitlichen Rippenknochen tasten kann). Die feste Hülle des ausgekleideten Wirbelkanals reicht dagegen nur bis zum Kreuz- und Steißbein und bildet nachdem sie das Rückenmark verlassen haben einen Sack, indem nur Nervenwurzeln verlaufen.

Lumbosakral
Betrifft den Kreuzbein- und Lendenbereich.

Lupus erythematodes
Da die Lupus erythematodes (LE) eine Autoimmunerkrankung ist, die ihre Zeichen an vielen unterschiedlichen Organen hinterlässt, kann auch durch sie eine MS vorgetäuscht werden.

Lyme
Die Lyme-Erkrankung ist eine durch Zeckenbiss übertragene Infektionserkrankung des ZNS (siehe auch unter Borreliose).

Lymphdrainage
Durch die angewandte Physiotherapie, soll der Rücktransport der Lymphe begünstigt werden und besser in das venöse Blut zurück gelangen.

Lymphe
Die Lymphe ist die farblose bis gelbliche Gewebsflüssigkeit, die aus den Geweben abfließt und von den Lymphgefäßen aufgenommen wird. Bestehend aus Blutplasma mit weißen Blutkörperchen, vermittelt sie den Stoffaustausch zwischen den Gewebezellen und Blutgefäßen.

Lymphknoten
Diese Linsen bis Haselnuss großen Kapseln sind als Filter gegen Krankheitserreger in die Lymphgefäße eingebunden. Sie enthalten in Lymphfollikeln gesammelte Lymphzellen. Früher wurden sie fälschlicher Weise als Lymphdrüsen bezeichnet.

Lymphokine
Durch eine relative Aktivierung von Lymphozyten gebildete Faktoren, die sich über verschiedene Zellsysteme auf das Immunsystem auswirken.

Lymphotoxin
Eine andere Bezeichnung für TNF-ß (Tumornekrosefaktor beta).

Lymphozyten
Eine Gruppe von weißen Blutkörperchen, die für die Abwehrvorgänge des Körpers zuständig sind.

Lymphozyten_transformationstest_(LTT)
Eine wertvolle Verbesserung stellt der LTT zur Detektion myelinspezifischer, autoreaktiver T-Zellen im peripheren Blut dar. Eine signifikant erhöhte Lymphozytenreaktivität gegenüber bestimmten HLA-determinierten, immundominanten Peptiden der Myelinproteine wurde von mehreren Autoren bei MS-Patienten beschrieben, wobei die Stärke der Reaktion in Korrelation zur Krankheitsaktivität steht. Ein negatives LTT-Ergebnis schließt eine bestehende MS-Erkrankung nicht zwingend aus, eine positive Reaktion stellt einen sicheren Hinweis auf einen relevanten autoreaktiven T-Zellpool dar. Dadurch ist der LTT derzeit das einzige wirklich spezifische labordiagnostische Verfahren zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose MS.

Lyse
Eine Auflösung (von z.B. Blutgerinnseln).

Lysozym
Das Lysozym ist ein Enzym, das ein spalten des Bindegewebes bewirkt.

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Datum der letzten Änderung: