I

iatrogen
Ein bestimmter Zustand wurde durch die Behandlung eines Arztes verursacht, z.B. durch ein verschriebenes Medikament.

ICD-Nummer
International classification of diseases, übersetzt: Internationale Klassifikation von Krankheiten. Oft werden diese ICD-Nummern in den ärztlichen Berichten zusammen mit der Diagnose genannt. Die MS hat die Nummer G35 (in der Version ICD-10).

Idiopathisch
Ohne genau erkennbare Ursachen entstanden, wie von selbst.

Idiosynkrasie
Kann für
  1. eine heftige und plötzlich auftretende Überempfindlichkeit (z.B. durch Medikamente)
  2. einer Abneigung oder Widerwilligkeit (z.B. gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln)
stehen.

Idiosynkratische_Nebenwirkungen
Heftige Überempfindlichkeit, die plötzlich auftritt und mit Nebenwirkungen einhergeht (z.B. schwere Veränderungen des Blutbildes, der Leber usw.).

IgG-Quotient
Verhältnis der Konzentration von Immunglobuline G im Liquor und Blutserum.

Illusion
Die Illusion täuscht die Wahrnehmung von Sinneseindrücken oder der Realität (Um- und Fehldeutungen).

Immobilisation
Unbeweglichmachung, Ruhigstellung.

Immun
Eine Unempfänglichkeit gegenüber Krankheiten.

Immunantwort
Eine Reaktion des Immunsystem auf Antigene.

Immunaugmentation
Eine Verstärkung von Immunreaktionen.

Immunaugmentativ
Verstärkt die Immunreaktionen.

Immunglobuline
Eiweißkörper gehören zu den Globulinen und diese sind für die Abwehrprozesse zuständig und verantwortlich.

Fazekas F, et al.: Randomised placebo-controlled trial of monthly intravenous immunoglobulin therapy in relapsing-remitting multiple sclerosis. Lancet 1997; 349: 589-593.
Dr. Franz Fazekas, Abteilung für Neurologie, Karl-Franzens-Universität, Anenbruggerplatz 22, 8036 Graz, Österreich.

Multiple Sklerose: Therapieerfolg durch Immunglobuline in: Deutsches Ärzteblatt 94, Heft 33 (15.08.1997), Seite A-2131.
Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung mit rezidivierendem Auftreten von demyelinisierenden Läsionen im zentralen Nervensystem. In Tierexperimenten sowie in unkontrollierten Studien am Menschen konnte durch die Gabe von intravenösen Immunglobulinen (iv-Ig) eine Besserung beobachtet werden, die sich auf immunmodulierende Mechanismen mit Remyelinisierung zurückführen ließ. In einer randomisierten, plazebokontrollierten Multizenterstudie aus Österreich wurde die Gabe von intravenösen Immunglobulinen bei Patienten mit Multipler Sklerose geprüft.
148 Patienten wurden monatlich mit 0,15 bis 0,2 g/kg Körpergewicht iv-Ig (n = 75) oder mit Plazebo (n = 73) über einen Zeitraum von zwei Jahren behandelt. Die Endpunkte der Studie waren der Effekt der Medikation auf den Behinderungsgrad, der mittels Punktetabelle erfaßt wurde, sowie der Anteil der Patienten mit klinischer Besserung, stabilem Verlauf oder Verschlechterung ihrer Erkrankung. Während die mit Plazebo behandelten Patienten im Verlauf der zwei Jahre einen Anstieg ihres Behinderungs-Punktestandes aufwiesen, kam es in der mit intravenösen Immunglobulinen behandelten Gruppe zu einem signifikanten Rückgang der Tabellenwerte. Mit 31 Prozent gebesserten Verläufen, 53 Prozent stabiler Symptomatik und 16 Prozent Verschlechterungen schnitt die intravenöse-Immunglobuline-Gruppe gegenüber der Plazebogruppe (14 Prozent, 63 Prozent und 23 Prozent) deutlich besser ab. Nebenwirkungen der Therapie traten bei vier Prozent der Verum-Gruppe und bei fünf Prozent der PlazeboGruppe auf. Die monatliche intravenöse Gabe von Immunglobulinen ist somit als effektive und nebenwirkungsarme Therapie bei Multipler Sklerose anzusehen. Im Gegensatz zu derzeit ebenfalls untersuchten Therapien mit b-Interferonen scheint bei gleicher Wirksamkeit die geringe Rate an Nebenwirkungen sowie die einfache Handhabung von Vorteil zu sein. acc

Immunglobuline-G_(IgG)-Index
Verhältnis der Konzentration von Immunglobuline G im Liquor und Blutserum.

Immunität
Die Unempfindlichkeit gegen Erreger von ansteckenden Krankheiten sowie bestimmte Gifte.

Immunisierung
Durch Überstehen einer Infektionskrankheit oder auch durch Schutzimpfung.

Immunkompetenz
Die normale Abwehrkraft.

Immunmodulation
Hier wird als Behandlungsmaßnahmen durch unterschiedliche Wirkstoffe eine Veränderung der Immunantwort hervorgerufen (Verstärkung oder Abschwächung).

Immunologisch
Betrifft die Abwehrvorgänge des Köpers.

Immunstimmulation
Als Behandlungsmaßnahme wird die Anregung von Abwehrvorgängen des Körpers gestellt.

Immunsuppression
Als Behandlungsmaßnahme wird die Abschwächung von Abwehrvorgängen des Körpers gestellt.

Immunsuppressivum
Diese Art von Medikamenten werden zur Abschwächung oder Unterdrückung von Abwehrreaktionen des Körpers eingesetzt.

Immunsystem
siehe unter Abwehrsystem.

Imperativ
Nicht zu unterdrücken, zwingend.

Imperativer_Harndrang
Der Harndrang ist nicht zu unterdrücken.

Impfung
Vielen MS-Patienten stellt sich die Frage, ob Impfungen ein Risiko darstellen können, oder nicht. Evtl. kann folgende Aussage darüber mehr Aufschluss geben:
Jede Impfung kann eine Reaktion des Immunsystems hervorrufen (kann, aber muß nicht passieren). Egal gegen was man impft, wird eine gewisse Anzahl von MS-Patienten mit einem Schub reagieren. Die Überlegung ist daher nicht welche Impfung "harmlos" ist, sondern ob eine Impfung notwendig ist und das Risiko eines Schubes im Verhältnis steht, zum Risiko (siehe auch unter Influenza-Schutzimpfung).

Implantation
Operative Einpflanzung.

Impotenz
Ist der Ausdruck, wenn der Mann nicht fähig ist einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen (durch fehlende Erektion).

Impuls
Ein Impuls ist ein elektrisches Signal, das auch als Spannung meßbar ist.

Imurek
siehe unter Azathioprin.

i.m.
"i.m." ist die Abkürzung für "intra muskulär". Übersetzt bedeutet dies, die Einbringung des Medikamentes (z.B. Avonex®) erfolgt durch eine Spritze direkt in den Muskel.

Inadäquat
Etwas nicht entsprechend, unangemessen.

Indikation
Es besteht z.B. die Notwendigkeit für die Durchführung einer Untersuchung bzw. Maßnahme.

Indikationsstellung
Die Entscheidung zur Untersuchung oder Behandlung.

Indikator
Anzeiger.

Indiziert
Angezeigt.

Induktion
Anregung.

Induziert
Hervorgerufen, angeregt, bewirkt oder stimuliert.

Infarkt
Wegen einer Minderdurchblutung stirbt bei einem Infarkt ein gewisser Teil des Gewebes, z.B. vom Herzen oder Gehirn, ab.

Infaust
Aussichtslos oder ungünstig.

Infektion
Entzündung

Infiltration
Ein umschriebenes Eindringen ortsfremder Zellen in das Gewebe.

Influenza
Grippe 

Influenza-Schutzimpfung
Quelle: Neurology 1997; 48:312-314; DVV: Infektion & Prävention 1998;4:4
  Hinweise zur Influenza-Schutzimpfung:
Eine häufig gestellte und in der Vergangenheit unterschiedlich beantwortete Frage ist, ob die Influenza-Schutzimpfung bei Multipler Sklerose sinnvoll oder riskant ist. In einer größeren multizentrischen, prospektiven, randomisierten Doppelblind-Studie in den USA, an der 104 MS-Patienten teilnahmen, die jeweils zur Hälfe einen Standart-Influenza-Impfstoff bzw. ein Placebo erhalten hatten, wurde jetzt ermittelt, daß sich die beiden Gruppen im Hinblick auf die Häufigkeit der Schübe und die Krankheitsprogression nicht signifikant unterscheiden.
Damit tritt bei einer Nutzen-Risiko-Abwägung der zu erwartende Nutzen der Impfung bei diesen Patienten in den Vordergrund, so daß die Impfung zu empfehlen ist.
Natürlich kann ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen eines Krankheitsschubes mit der Impfung nicht ausgeschlossen werden, das sollte auch der zu Impfende wissen.

Infra-
Unter, unterhalb.

Infratentoriell
Unterhalb des Tentoriums gelegen.

Infusion
Tropfweise Einleitung einer flüssigen Lösung (z.B. Cortison).

Inhibition
Hemmung.

Inhibitor
Inhibitor ist ein Hemmstoff, der bei chemischen Vorgängen zum Einsatz kommt.

Inibitorisch
Hemmend.

Initial
Zu Beginn oder anfänglich.

Initialsymptom
Erstmanifestation oder auch erstes Krankheitszeichen.

Injektion
Einspritzung.

Injektionsreaktion
Einspritzungsreaktion, z.B. Hautreaktionen (Jucken, Rötung usw.).

Inkontinenz
unter Inkontinenz versteht man einen unwillkürlicher Urinabgang und Stuhlabgang (weiteres unter Blasenentleerungsstörungen).

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit ist die Zeit, die zwischen dem Ansteckungszeitpunkt mit einem Erreger und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen liegt.

Innere Kapsel
Die schalenförmig ausgebreiteten Nervenbahnen, die zur Hirnrinde hin und von ihr aus weiter verlaufen, werden als innere Kapsel bezeichnet.

Inokulation
Übertragung oder Einbringung von Erregern oder Zellmaterialien.

Insomnie
Schlaflosigkeit

Insuffizienz
Unzureichende Funktion, Schwäche oder eine Unzulänglichkeit.

Insult
Eine plötzlich auftretende Störung, wie z.B. beim Schlaganfall.

Integration
Eingliederung.

Intellektuell
Betrifft die geistige Leistungsfähigkeit.

Intelligenz
Die geistige Begabung und Beweglichkeit.

Intelligenzquotient_(IQ)
Wird aus der Intelligenz und der geistigen Leistungsfähigkeit durch einen Intelligenztest errechnet.

Intelligenztest
Hier wird der IQ durch bestimmte Fragebögen und gewissen anderen Verfahren festgestellt.

Intentionstremor
Ein unwillkürliches Zittern, daß bei der Ausführung von Zielbewegungen besonders deutlich wird.

Interaktion
  a.) die Wechselwirkung (zwischen zwei oder mehreren Medikamenten untereinander).
b.) das Zusammenwirken (z.B. von Menschen und/oder Tieren).

Interferone
Interferone sind Eiweißsubstanzen, die auch vom eigenen Körper gebildet werden. Sie dienen als lösliche Botenstoffe um das Abwehr- oder Immunsystem anzuregen.

Interferon-Alpha ( a )
Gehört auch zu der Gruppe der Interferone und wurde bei der medikamentösen Behandlung der MS eingesetzt. Interferon-a konnte aber aufgrund wenig überzeugenden Ergebnissen keine Zulassung erhalten.

Interferon-Beta_( b )
Gehört auch zu der Gruppe der Interferone und ist sogar für die medikamentösen Behandlung der MS zugelassen. Bei dem gentechnisch hergestellten Medikament gibt es zwei Formen:
  1. Interferon-b-1a (Avonex und Rebif®), daß menschliche, wird aus Hamsterzellen bzw. Bakterien hergestellt.
  2. Interferon-b-1b (Betaferon), wird nur aus Bakterien hergestellt.

Interferon-Gamma ( g )
Gehört auch zu der Gruppe der Interferone, ist aber für die medikamentösen Behandlung der MS untauglich, weil es im Gegensatz zu den anderen beiden Interferongruppen sogar Schübe auslösen kann.

Interkurrent
Tritt zwischenzeitlich auf.

Interleukin
Ein Interleukin ist ein von den Lymphokinen abgetrennter Antigen, der unspezifisch wirkender biologischer Faktor zwischen verschiedenen Arten von Leukozyten als Kommunikationssignal wirkt. Er ist Bestandteil für die natürliche humorale Immunität und für die Bildung von T-Lymphzyten von großer Bedeutung.

Intermittierend
Aussetzend oder zeitweise, zeitweilig.

Internationale_Einheiten_(IE)
IE ist eine definierte Messgröße, die international festgelegt ist.

Internukleäre_Ophthalmoplegie_(INO)
INO ist eine Augenmuskellähmung der besonderen Art, weil sie mit Doppelbildern einher geht. Der Grund dafür liegt in einer Schädigung der Verbindungen zwischen den Augenmuskelkernen.

Intervall
Zwischenraum oder Zeitabstand.

Intervention
Eingriff, Einmischung, Einflussnahme oder auch Maßnahme.

Intoleranz
Es existiert keine Großzügigkeit oder auch Nachsicht, eine fehlende Bereitschaft Geschehnissen folge zu leisten oder einfach eine Unduldsamkeit.

Intoxikation
Vergiftung

Intra-
Innerhalb

Intrakraniell
Innerhalb des Schädels.

Intramuskulär
In den Muskel (siehe i.m.).

Intraspinal
Liegt im Wirbelkanal.

Intrathekal
Innerhalb der Hüllen des ZNS oder der Liquorumgebung.(z.B. im Rückenmarkkanal).

Intrathekal-Pumpe
Eine Pumpe, mit der man das Medikament in den Rückenmarkkanal injizieren kann.

Intravenös
In die Venen (siehe i.v.).

Intrazellulär
In die Zellen.

Intrazerebral
Im Gehirn.

Invalidität
Eine körperliche Behinderung, die von Dauer ist.

Invasiv
Verletzend in die Körperhülle eindringend (z.B. Knochen oder Haut).

In_vitro
Im Laborexperiment bzw. Reagenzglas durchgeführt.

In_vivo
Am lebenden Organismus durchgeführt.

Involution
Eine Rückbildung von Organen mit einhergehendem Zelluntergang und nachfolgender Volumenminderung.

Inzidenz
Das Auftreten (z.B. einer Krankheit) oder die Zahl der neu aufgetretenen Fälle (in einem bestimmtem Zeitraum, meisten in einem Jahr) die für eine Krankheit zutreffend sind.

Inzidenzrate
Anteil der Inzidenz für einen bestimmten Teil der Bevölkerung.

Ipsilateral
Sagt aus, daß etwas auf der gleichen Seite liegt.

Iris
Die Iris ist die Regenbogenhaut im Auge.

Irreversibel
Nicht umkehrbar bzw. rückbildungsfähig.

Ischämie
Ein Mangel oder Minderung der Durchblutung (z.B. des Herzens oder Gehirn).

IF_/_IEF
Isoelektrische Fokussierung

Isokor
Gleich weite Pupillen

Isokorie
siehe Isokor.

Isolation
Vereinsamung.

Isotope
Gleiche chemische Grundstoffe, jedoch mit einem unterschiedlichen Gewicht deren Atome.

Iteration
Ein zwanghaftes Wiederholen gleichartiger Wörter.

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