G

G35
siehe unter ICD.

Gadolinium
Gadolinium ist eine chemische Substanz, die unter anderem bei der MRT-Untersuchung als Kontrastmittel verwendet wird, um zwischen alten und frischen Herden unterscheiden zu können.

Gamma-Aminobuttersäure (GABA)
Gamma-Aminobuttersäure ist für das Gehirn der wichtigste hemmende Transmitter.

Gammaglobulin
Immunglobuline (siehe unter Immunglobuline)

Gamma-g-Interferon
Gehört zur Gruppe der Interferonmedikamente, ist jedoch nicht zur Behandlung der MS zu empfehlen, da es Schübe auslösen kann.

Gangataxie
Durch ein gestörtes Zusammenspiel der Muskulatur kommt es zu Unsicherheiten beim Gehen.

Gangstörungen
Gangstörungen sind die zweit häufigsten Beschwerden (18%) der Erstsymptome und die häufigsten Beschwerden (78%) im weiteren Verlauf einer MS. Dies zeigt sich in einem unsicheren, schwankenden Gang, der bei "Unwissenden" leicht den Eindruck erwecken läßt, man sei Besoffen.

Gangunsicherheit
Siehe unter Gangataxie und Gangstörungen.

Ganglienzelle
= Nervenzelle

Gastritis
Magenverstimmung, Magenschleimhautentzündung.

Gastroenteritis
Magen-Darm-Entzündung

gastrointestinal
Betrifft den Magen und Darm

Gedächtnisstörung
Siehe kognitive Störungen.

Gefäßdarstellung
In sehr seltenen Fällen wird eine Untersuchung der Gefäße durchgeführt, um etwa andere Krankheiten auszuschließen (siehe auch unter Angiographie).

Gefühlsstörungen
Die häufigsten Gefühlsstörungen kommen in Armen (Händen) und Beinen (Füßen/Zehen) als Taubheitsempfindungen und Parästhesien (kribbelnde Missempfindungen - häufig ausgedrückt als Ameisenlaufen oder einfach nur als ein komisches Gefühl) zum Ausdruck. Auch ungewöhnliche Kälte- und Wärmeempfindungen können auftreten. Dysästhesien (Berührungsreize) können als unangenehm und schwach empfundene Reize als Hyperapathie (schmerzhafte Empfindungen) dargestellt werden. Weitere möglichen Störungen können auch "Vibrationsempfindungen", "Lagesinn" und "Graphästhesie" sein.

Gehirn
Der innerhalb der Schädelkapsel gelegene Teil des Nervensystems des Menschen (und der Wirbeltiere). Es ist Zentrum für alle Sinnesempfindungen und Willkürhandlungen, Sitz des Bewusstseins, Gedächtnisses sowie alles geistigen und seelischen Leistungen (siehe Bild * ). Weitere Informationen gibt es unter Hirn... zu finden.

geistige_Leistungsfähigkeit
Die geistige Leistungsfähigkeit, Konzentration, Aufmerksamkeit und das Gedächtnis (Kurzzeitgedächtnis), ist meistens gestört durch kognitive Störungen.

Gelbfieber
Schwere ansteckende Tropen-Krankheit, mit hohem Fieber, Erbrechen und Gelbsucht. Erreger ist ein Virus, der von Stechmücken (Moskitos) übertragen wird.

Geltungssucht

Gen
Hierbei handelt es sich um den Erbfaktor, der aus einem Abschnitt auf den aus doppelstränigiger DNS zusammengesetzt wird.

generalisiert
Im allgemeinen, das ganze Ganze betreffend.

generalisierter tonisch-klonischer Anfall
Krampfanfall, bei dem alle Gehirnabschnitte mit beteiligt sind. Bewusstseinsverlust und Versteifen der Extremitäten ist die Folge (mit folgenden Zucken).

Generika
Mehrzahl von Generikum.

Generikum
So wird ein Medikament bezeichnet, das nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist von anderen Herstellern "nachgemacht" wird. Es beinhaltet dann aber auch die gleichen Inhaltsstoffe wie das Original.

Genese
Die Entstehung, Entstehungsgeschichte und Entwicklung.

Genetik
Vererblichkeitslehre

gentechnische_Faktoren
Erbanlagen

Genotyp
Die Gesamtheit der Merkmale, die durch die Erbanlagen gegeben sind.

genium
Vermutlich erblich bedingt, mit keinen Anhalt für irgendwelche Ursachen (nur bei Krankheiten).

gesättigte_Fettsäuren
Die gesättigten Fettsäuren (sie leiten sich von Parafinen ab) scheinen einen großen Anteil an der Entstehung von neuen Plaques (Herden) mit zu tragen. Für näheres siehe unter Diäten.

gesicherte MS
siehe unter klinisch gesichert.

Gesichtsfeld
Unter dem Gesichtsfeld versteht man das Sichtfeld (Ausschnitt), das man bei gleicherbleibender Kopfhaltung erreicht.

Gestation
Schwangerschaft (Oberbegriff), Geburt und Wochenbett.

gesteigerte_Reflexe
Patellarsehnen- oder Achillessehnenreflex, auch als Klonus bezeichnetes rhythmisches Zittern des Fußes beim Auftreten.

Gestik
körperliche Ausdrucksbewegungen (die Mimik und Gestik).

Gewebe
Das Gewebe ist ein Gefüge von gleichartigen Zellen. Die Gewebearten beim Menschen sind Haut-, Stütz- (Binde-, Knorpel- und Knochen-) Muskel- und Nervengewebe.

GdB
Die Abkürzung steht für "Grad der Behinderung". Dieser wird in der Regel von den ärztlichen Gutachten des behandelnden Arztes und Vertrauensärzten des Versorgungsamtes nach gewissen Richtlinien bestimmt.

GGF2
siehe Gliazellen.

Gift_/_Giftstoff

Glatirameracetat
Es wird zur Langzeittherapie bei der MS eingesetzt, ist jedoch in Deutschland nur über Umwege (Apothekenimport) unter dem Namen Copaxone® zu erhalten. Bekannt auch unter dem alten Namen Copolymer-1, wird es aus einem synthetisch hergestellten Gemisch verschiedenster Eiweiße, einmal am Tag s.c. (unter die Haut) gespritzt wird.

Gleichgewicht
Gleichgewichtsstörungen gehört zusammen mit Gangstörungen zu den am zweit häufigsten Symptomen der MS in ihrer Anfangszeit. Diese werden von Betroffenen anfänglich als "Ungeschicklichkeit" bezeichnet. Man kann es an ihrem "schwankenden Gang" oftmals erkennen und gewinnt oft fälschlicherweise den Eindruck, daß man Volltrunken sei. Aber auch das Gleichgewicht läßt sich mit "einfachen" Mitteln und Übungen trainieren, womit eine Linderung und gesteigerte Sicherheit erzielt werden kann.

Glia
Die Glia ist das Nähr- und Stützgewebe des Nervensystems, welches zwischen den Blutgefäßen und Nervenzellen liegt und auch die Markscheiden des Nervensystems bilden.

Gliazellen (Auszüge aus der Deutschen Apotheker Zeitung und der Webseite von Bayer)
 

Arzneimittel international

Die Bayer AG und Cambridge Neuroscience Inc. haben ein Abkommen zur Weiterentwicklung des rekombinanten glialen Wachstumsfaktors 2 (Glial Growth Factor 2, GGF"), einem potentiellen Arzneistoff zur Therapie von neurodegenerativen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, geschlossen. GGF2 stimuliert das Wachstum und die Differenzierung von Gliazellen, die dem Nervensystem als Hüll- und Stützgewebe dienen. Die Gliazellen bilden eine schützende Markscheide, die es den Nervenzellen ermöglicht, zu überleben und einwandfrei zu funktionieren. Bei degenerativen Nervenerkrankungen wie der Multiplen Sklerose wird die Markscheide zerstört, was zum Verlust der Nervenzellen führt. Bei den Patienten kommt es schubweise zu Nervenentzündungen, Muskellähmungen und Erschöpfungszuständen. Studien zufolge kann GGF2 das Wachstum der Gliazellen anregen und so die Markscheide vor Schädigung schützen bzw. erneuern. Kürzlich veröffentlichte tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, daß mit dem rekombinanten menschlichen Wachstumsfaktor der Beginn der Symptomatik verzögert und die Schwere der Erkrankung abgemildert wird. Ebenso konnten Krankheits-Rückfälle statistisch signifikant reduziert werden. Ein wesentlicher Befund war auch, daß GGF2 die Bildung neuer Markscheiden deutlich verstärkte.

Deutsche Apotheker Zeitung 16.01.1999©

Rekombinanter menschlicher Wachstumsfaktor
Leverkusen - Die Bayer AG und Cambridge Neuroscience Inc. haben ein Abkommen zur Auffindung einer neuen Behandlungsmöglichkeit von neurodegenerativen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose geschlossen. Bayer zahlt an das in Cambridge (Massachusetts, USA) ansässige Unternehmen bis zu 26 Millionen US-Dollar - einschließlich Meilensteinzahlungen - plus Lizenzgebühren für die Weiterentwicklung des rekombinanten glialen Wachstumsfaktors 2 (Glial Growth Factor 2, GGF2). Dafür erhält Bayer weltweit und exklusiv die Produktions- und Vermarktungsrechte für das neue Medikament.
GGF2 stimuliert das Wachstum und die Differenzierung von Gliazellen, die dem Nervensystem als Hüll- und Stützgewebe dienen. Die Gliazellen bilden eine schützende Markscheide, die es den Nervenzellen ermöglicht, zu überleben und einwandfrei zu funktionieren. Bei degenerativen Nervenerkrankungen wie der Multiplen Sklerose wird die Markscheide zerstört, was zum Verlust der Nervenzellen führt. Bei den Patienten kommt es schubweise zu Nervenentzündungen, Muskellähmungen und Erschöpfungszuständen.
Studien zufolge kann GGF2 das Wachstum der Gliazellen anregen und so die Markscheide vor Schädigung schützen bzw. erneuern. Kürzlich veröffentlichte tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, daß mit dem rekombinanten menschlichen Wachstumsfaktor der Beginn der Symptomatik verzögert und die Schwere der Erkrankung abgemildert wird.
Ebenso konnten Krankheits-Rückfälle statistisch signifikant reduziert werden. Ein wesentlicher Befund war jedoch, daß GGF2 die Bildung neuer Markscheiden deutlich verstärkte.
"Cambridge NeuroScience belegt durch zahlreiche und eindrucksvolle Daten die Wirksamkeit von GGF2, das die Markscheiden wiederherstellt", sagte Dr. David Lowe, Leiter der ZNS-Forschung bei Bayer.
Bayer und das auf die Erforschung von Medikamenten gegen Nervenerkrankungen spezialisierte amerikanische Unternehmen haben gemeinsam an einem Herstellungsverfahren gearbeitet, mit dem dasMolekül in größeren Mengen produziert werden kann.
Hinweis:
Genannte Produktnamen sind überwiegend eingetragene Marken. Möglicherweise gelten in anderen Ländern andere Markennamen für die Produkte - sofern diese erhältlich sind.

Gliederschmerzen
Gliederschmerzen können auftreten als Zeichen von Erkältungen (Grippe) oder aber auch durch bestimmte Medikamente als Nebenwirkung (Interferone).

Gliose
Als Gliose wird die Folge von Reparaturvorgängen im ZNS bezeichnet.

Globuline (Immunglobuline)
Seit einiger Zeit versucht man, das Fortschreiten der Multiplen Sklerose mit Medikamenten aufzuhalten, die das Immunsystem beeinflussen. Neben die Behandlung der Symptome ist damit auch eine an den Ursachen ansetzende Therapie getreten. Wichtigstes Medikament hierfür ist bislang das Beta-Interferon. Seit einigen Monaten werden allerdings auch Immunglobuline zur ursächlichen Behandlung empfohlen. Nach Ansicht vieler Forscher ist der Nutzen der Immunglobuline bei der schubförmig verlaufenden Form der Multiplen Sklerose bereits ausreichend belegt. Ob diese aus Spenderblut gewonnenen Antikörper auch bei der fortschreitenden Form helfen, bei der sich die Krankheit stetig verschlechtert, wird derzeit noch in einer großen europäischen Studie geprüft.

Die Immunglobuline greifen offensichtlich in den fehlgesteuerten Immunprozess ein. Sie reduzieren die Aktivität und Anzahl der gegen den eigenen Körper gerichteten T-Zellen, neutralisieren entzündungsfördernde Botenstoffe und sorgen dafür, daß einige der schädlichen Antikörper vernichtet werden. Im Tierexperiment konnte sogar eine heilende Wirkung nachgewiesen werden. Offensichtlich wurde die Regeneration der angegriffenen Markscheide gefördert. Ob ein solcher Effekt auch bei Patienten mit Multipler Sklerose möglich ist, weiß man noch nicht. Wie sich aber gezeigt hat, können Immunglobuline bei der schubförmig verlaufenden Form die Anzahl der Schübe reduzieren und weitere Behinderungen hinauszögern.

Zu den wichtigen Vorzügen der Immunglobuline gehören eine gute Verträglichkeit und eine lange Halbwertszeit im Blut. Sie müssen deshalb nur einmal im Monat injiziert werden. Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen will die Pharmaindustrie sicherstellen, daß das Produkt frei von Viren ist. Für die Herstellung wird nur Blut ausgewählter Spender verwendet. Auch wenn sich keine Hinweise auf eine Virusinfektion ergeben, wartet man sicherheitshalber drei Monate, ehe das Blut weiterverarbeitet wird. Bei der Herstellung der Immunglobuline ergreift man ebenfalls verschiedene Maßnahmen zur Inaktivierung und Eliminierung von möglichen Viren. Offenbar sind bislang tatsächlich noch keine Infektionen mit Aids- oder Hepatitisviren bekannt geworden.

Glukose
Blutzucker, wichtigster Energielieferer des Körpers.

Goldmann-Perimetrie
Der zu untersuchende Patient stützt seinen Kopf auf einer Halterung ab und blickt durch eine Glasscheibe auf einen bestimmten Punkt in einer dunklen Hohlkugel. Ohne die Augen zu bewegen, muß er von außen in sein Gesichtsfeld herangeführte kleine Lichtmarken erkennen und dieses auch mitteilen.

Grand-mal-Anfall
Ist die Mehrzahl von Grands-maux-Anfällen, wobei vermehrt epileptische Anfälle mit Bewusstseinsverlusten und verkrampft zuckenden Armen und Beinen auftreten.

Granulozyten
Eine ausgereifte Form weißer Blutkörperchen. Sie sind z.B. für die Infektabwehr zuständig und man erkennt sie als große weiße Blutkörperchen (z.B. auch als Nebenwirkung durch Medikamenteneinnahme).

Graphästhesie
Bezeichnung der Fähigkeit, bestimmte Zahlen von 0 bis 9 auf die Haut gezeichnet zu erkennen.

graue_Star
Sehbehinderung, durch Trübung der Augenlinse.

graue_Substanz
Wird mit dem bloßem Auge als graue "Masse" des zentralen Nervensystems erkannt (siehe Bild * ).

Gravidität
Schwangerschaft

gravierend
Schwerwiegend

Grippe
Durch Viren hervorgerufene Krankheit. Tritt oft Seuchenartig auf und ist oft auch schon durch bloßes Anhusten übertragbar. Anzeichen für eine Grippe: Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen.

Grobmotorik
Grobe Bewegungsabläufe, wie z.B. das Gehen oder Stehen.

Großhirn
Hauptbestandteil des Gehirns.

gustatorisch
Betrifft die Geschmacksempfindungen.

gutartiger_Verlauf
Benigner Verlauf, siehe benigner Verlauf.

gynäkologisch
Betrifft die weiblichen Geschlechtsorgane.

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