B

Babinski-Zeichen
Untersuchungsmethode des Arztes, wobei die Fußsohle bestrichen wird (siehe Bild * ).

Baclofen
Baclofen (Handelsname z.B. Lioresal) ist das am weitesten verbreitete und in der Regel auch am wirkungsvollsten zur medikamentösen Behandlung der Spastik geeignete Medikament. Die übliche Dosis liegt bei 15 bis 75 mg am Tag. Bei extrem stark ausgeprägter Spastik ist auch eine direkte Gabe in den Rückenmarkskanal über eine spezielle Pumpe möglich ( Lioresal intrathecal). Mögliche Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Baclofen können Verwirrung, Müdigkeit und ein Gefühl der vermehrten Muskelschwäche sein. Letzteres ist kommt besonders besonders häufig vor, wenn bei Lähmungserscheinungen der Beine eine erhöhte Muskelspannung (Spastik) zum Stehen und Gehen notwendig ist.

Balken
Verbindungsbahnen zwischen den beiden Großhirnhälfen werden als sog. Balken bezeichnet. Mehr dazu unter Magnetresonanztomographie (MRT).

Ballaststoffe
Ballaststoffe sind Pflanzenbestandteile, die von den Verdauungssäften nicht abgebaut werden können. Sie regeln den Stuhlgang und wirken sättigend.

Belastung
In der Regel sind MS-Betroffene nicht mehr sehr belastbar. Dies zeigt sich vermehrt in einer Kraftlosigkeit und schnellere Ermüdbarkeit wieder. Vorher gewohnte (schwierige) Bewegungsabläufe, wie z.B. Tanzen oder Hüpfen (auf einen Bein, evtl. sogar mit geschlossenen Augen) können oft nicht mehr in der gewohnten Art und Weise ausgeführt werden.
Die Müdigkeit zeigt sich oftmals zu Beginn der Krankheit nur nach stärkerer Belastung oder starker Hitze und später dann auch schon mal nachmittags oder abends (siehe auch MS-Fatigue). Bei einer Kraftlosigkeit treten oft auch gleichzeitig Gefühlsstörungen sowie Blasenstörungen auf.

benigner_Verlauf
Von einem benignen (gutartigen) Verlauf spricht man, wenn es zu einem bzw. einigen kurzdauernden Schüben kommt, die sich aber wieder vollständig zurückbilden (vollständiger Remission), siehe auch unter schubförmiger Verlauf.

Benzodiazepine
Benzodiazepine (z.B. Valium, Musaril) können alleine oder in Kombination mit Baclofen nützlich sein (nur in einer kleinen Dosierung. Die tägliche Dosis variiert meist zwischen 5 bis 30 mg (Valium) und 50 bis 200 mg (Musaril). Die Hauptbedenken gegen eine Langzeiteinnahme von Benzodiazepinen bestehen in der Gefahr einer Abhängigkeitsentstehung. Andererseits scheint dieses Risiko bei körperlichen Krankheiten im Vergleich zu einer Einnahme wegen psychischer Probleme gering zu sein. Darüber hinaus bewirken alle Benzodiazepine je nach eingenommener Dosis, eine vermehrte Müdigkeit. Werden Benzodiazepine zur Behandlung der Spastik eingesetzt, so ergeben sich dieselben Probleme wie bei der Einnahme von Baclofen.

Beruf
siehe Arbeit...

Betaferon®
Betaferon® ist eines der Medikamente, die bei der Langzeitbehandlung von MS zu Verfügung stehen. Betaferon® muß dreimal pro Woche unter die Haut (s.c.) gespritzt werden. Die Nebenwirkungen unterscheiden sich nicht sonderlich zu den anderen beta-Interferonen. Betaferon® wird in Colibakterien hergestellt und entspricht nicht ganz dem menschlichen Interferon.

Betamethason
Betamethason ist ein Wirkstoff, der zur Akutbehandlung mit Kortikoiden eingesetzt wird, wie z.B. bei dem Medikament Celestamine.

Bindegewebe
Das Bindegewebe ist ein Galleartartiges, netzförmiges oder faseriges Gewebe, das sowohl im Menschen- als auch im Tierkörper existiert. Das Bindegewebe bildet Sehnen und Bänder, Teile der Haut, ist Stützgewebe der Organe. Bei entzündlichen Bindegewebskrankheiten, wo auch das Nervensystem mit beteiligt ist, kann auch eine MS vorgetäuscht werden.

Blasenentleerungsstörungen
Folgende drei Formen von Blasenentleerungsstörungen können sich bei der MS bemerkbar machen:
  1. Störung, den Urin einzuhalten:
    tritt am häufigsten auf und hängt mit einer zu arg verkrampften (angespannten), kleinen spastischen Blase. Hierbei ist die Blasenwand leichter reizbar, was schließlich zur Inkontinenz führen kann und öfters einen starken Harndrang verursacht.
    Zur medikamentösen Behandlung zeigen sich Anticholinergika (z.B. Spasmo Cibalgin, Buscopan) als wirksam. Gegen die erhöhte Reizbarkeit eignet sich z.B. Dibenzyran oder Lioresal.
  2. Störung, den Urin zu entleeren:
    häufig Aufgrund einer großen, spannungslosen (schlaffen) atonen Blase, in der sich ungewöhnlich große Urinmengen ansammeln. Bei einer überdehnung der Blase, kann es auch zur Inkontinenz führen (Überlaufblase).
    Zur medikamentösen Behandlung gibt es Cholinergika (z.B. Doryl, Ubretid). Tägliches, mehrfaches Katheterisieren ist aber hier die beste Methode.
  3. Sörung, den Urin sowohl einzubehalten als auch zu entleeren:
    Bei der dritten Form kommen sowohl Störungen vor den Urin einzubehalten, als auch zu entleeren. Der Grund dafür liegt häufig an einer nicht funktionierenden Zusammenarbeit, der dafür zuständigen Muskeln.
    Zur Behandlung eignen sich die selben Medikamente wie zur Behandlung einer spastischen Blase, allerdings auch mit gelegentlichem Katheterisieren.

Aufgrund der Blasenentleerungsstörungen (neurogene Blasenstörungen), kann es auch vermehrt zu Blasenentzündungen kommen. Blasenentzündungen könnten aber auch die Ursache für neurogene Blasenstörungen sein. Entzündungen der Blase sollten möglichst verhütet werden und beim auftreten auch behandelt werden. Mit einer Ansäuerung des Urins, z.B. mit Ascorbinsäure oder Methionin (Acimethin) wurden gute Erfahrungen gemacht.

Blinkreflex
Bei der MS ist häufig ein Gehirnabschnitt beteiligt, der die sog. Hirnstammreflexe beinhaltet. Diese Reflexe, Blinkreflex (auch als Blinzelreflex bezeichnet), können durch elektrische Reizung an der Augenbraue und vorher angebrachten Oberflächenelektroden an der Haut der Augenlider (siehe Bild * ), überprüft werden.
Die möglichen Ergebnisse einer Untersuchung, hier einen typischen frühen Anteil (R1) und späten Anteil (R2) auf der Reizseite (siehe Bild * ). Auf der Gegenseite kann jedoch nur ein später Anteil abgeleitet werden. Einseitige Ausfälle und Verzögerungen bei dem ersten Teil der Reflexantwort sind möglich. Aber auch Verzögerungen aller Reflexantworten wären nichts ungewöhnliches.

BLR
siehe Blinkreflex

Blut

Blutbild
Ergebnis von Blutuntersuchungen.

Blutbildkontrollen & Blutbildveränderungen
Durch die Einnahme von verschiedenen Medikamenten ist es erforderlich, Blutbildveränderungen mittels Blutbildkontrollen zu untersuchen um ggf. die Behandlung abzubrechen oder die Dosierung zu ändern.

Blut-Hirn-Schranke
Die Bluthirnschranke ist dafür zuständig, fremde Substanzen nicht in das ZNS eindringen zu lassen. Bei der MS kann es allerdings passieren, daß die BHS durch eine Schädigung kleiner naheliegender Blutgefäße, ebenfalls zu Schaden kommt. Hierdurch können sich andere Krankheitserreger, schädliche Substanzen und vor allem weiße Blutkörperchen in das Nervensystem eindringen. Kortikoide haben z.B. auch die Eigenschaft, die BHS wieder in Schwung zu bringen, um weitere Entzündungen zu vermeiden.

Blutuntersuchungen
Blutuntersuchungen sind eigentlich bei der MS, zumindest bei der Diagnostik, von keiner großen Bedeutung. Es lassen sich aber bei den Laboruntersuchungen die Zahl der weißen Blutkörperchen bestimmen, welche dann schon von Bedeutung sind. Durch eine medikamentöse Behandlung, z.B. mit Kortikoiden oder Immunsuppresiva, kann es zu Abweichungen kommen (auch des Blutzuckerspiegels).

Blutzucker
Der in der Blutflüssigkeit gelöste Traubenzucker, Normalwerte: 75 bis 120 mg in 100 ml Blut.

BMP
Das basische Myelinprotein

Bobath-Therapie
Bobaththerapie ist eine spezielle Form der Krankengymnastik die von dem Ehepaar Bobath aufgrund ihrer Beobachtungen an spastisch Gelähmten entwickelt wurde. Man spricht auch von einer Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage. Diese Form der Krankengymnastik kann insbesondere bei starker Spastik weiterhelfen.
Grundsätzlich ist jede Form der Krankengymnastik bei MS empfehlenswert. Hierdurch kann Verkürzungen der Muskulatur und Sehnen entgegengewirkt werden. Durch Krankengymnastik können auch die motorischen Beeinträchtigungen verbessert werden und das hilft den Alltag besser zu bewältigen.

Borreliose
Die Bezeichnung für eine Bindegewebskrankheit, bei der eine Entzündung des Nervensystems nach einem Zeckenstich vorliegt und die gleichen Symptome wie eine MS aufweisen kann. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Borreliose Selsthilfegruppe zu finden.

bösartiger_Verlauf
Von einem bösartigen (malignen) Verlauf spricht man, wenn es sehr schnell zu immer mehr Symptomen kommt, die auch noch starke Behinderungen mit sich bringen.

Botulinumtoxin
Kann auch als Medikament zur Behandlung einer extrem schweren Spastik Versuchsweise verwendet werden. Die Gabe erfolgt durch spritzen in den betroffenen Muskel.

BR
siehe Blinkreflex

Brechreiz
Kann Aufgrund einer medikamentösen Behandlung als mögliche Nebenwirkung auftreten.

Bulbärparese
Eine teilweise Lähmung der zum Hirnstamm gehörenden Teile des ZNS.

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